Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von dem Podcast Marcs kleine Welt.

Ja, hier ich bin ich wieder. Schön, dass du diese Woche auch wieder zuhörst, das freut mich, denn das bedeutet, du willst wirklich vorankommen und dafür gibt’s ja diesen Podcast. Wir sind mitten im Thema Veränderung.

Zwangsweise Veränderung, freiwillige Veränderung, mutwillige Veränderung, fröhliche Veränderung…

Weiß ich nicht, ob wir da schon sind. Und wir haben ja Zeit und du kannst dir damit auch Zeit lassen, weil da gibt’s nichts zu überstürzen.
Für mich ist Veränderung das, was ich jeden Tag bei den Menschen erlebe, die in meine Seminare kommen, bei den Menschen erlebe, mit denen ich zusammen bin, bei mir selbst. Veränderung ist nicht nur natürlich, sondern ich habe mich in den vergangenen gut 25 Jahren dahintrainiert, habe lernen dürfen, dass Veränderungen etwas ist, das gut tut. Und bin damit weggekommen von der Unvermeidbarkeit. Es gibt auch heute noch in meinem Leben Bereiche, wo ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich die Veränderung mag. Insofern bin ich an keiner anderen Stelle als du, selbst wenn du gerade erst anfängst, dich mit dem Thema Veränderungen zu beschäftigen. Denn wir alle haben natürlich Bereiche, in denen wir uns leichter verändern können und andere Bereiche, in denen es uns vielleicht nicht so leicht fällt.

Vielleicht gehörst du – und da dachte ich heute so im Laufe des Tages dran als ich über diese Podcast Folge nachgedacht habe – vielleicht bist du jemand, der sich zum Beispiel beim Essen damit leicht tut, immer was Neues auszuprobieren, immer mal was anderes zu essen und dann gibt’s vielleicht Lebensbereiche, was immer das sein mag, vielleicht der Stil wie du wohnst oder der Ort, wo du in Urlaub hin fährst, wo dir das vielleicht nicht so leicht fällt. Und es gibt natürlich auch Menschen, die an der Stelle so ein bisschen eingerostet sind, bei denen das Leben immer gleich sein muss, damit Sie sich wohlfühlen oder damit sie sich geborgen fühlen. Und es kann natürlich auch ganz andere Gründe haben, warum Menschen an ihrem Lebensstil festhalten, an dem gewohnten Lebensstil. Der gibt Sicherheit, das heißt das Gegenteil von Angst. Sie vermeiden dadurch Angst und das ist, glaube ich, etwas, was wir alle da draußen beobachten können wenn wir uns im Mischgebiet bewegen oder mit anderen Menschen zu tun haben.

Die Angst ist ein weit verbreitetes Phänomen, die Angst ist überall, Menschen reden viel über ihre Ängste und oft über ihre Ängste und viele Menschen haben auch einfach eine Menge Ängste.

So, ich bin NLP-Trainer und von daher möchte ich den Menschen als allererstes immer bewusst machen, dass das ein Verhalten ist, dass es darum geht, es ist etwas was du tust, aktiv tust, auch wenn es dir heute nicht bewusst ist. Es geht um Bilder, geht um Filme in deinem Kopf und zwar Bilder und Filme von einer Zukunft, die du in dem Fall wenn es um Ängste geht, nicht erleben wollen würdest. Und das ist ein wichtiger Bestandteil der Veränderung. Menschen stellen sich nicht das Leben in wunderschön vor, sondern die Angst der Veränderung rührt häufig daher, dass sie sagen: „Was ist wenn es schief geht? Was ist wenn es nicht funktioniert?“ Und ich habe damit zu tun jeden Tag im Seminar, zumindest in den Einstiegsseminaren, in den Practitionern, dass die Menschen fragen: „Okay und was ist, wenn es nicht funktioniert?“ Und dann denke ich, je nachdem um welches Thema es geht, natürlich auch mal gerne: Okay, dann gibt’s vielleicht noch eine andere Alternative. Und das ist einer der Punkte, der mir bei Menschen doch sehr häufig auffällt.

Die Menschen, die ich beobachte haben sehr häufig sehr wenig Alternativen zu dem Leben, das sie leben.

Sie können sich noch nicht mal ein anderes Leben vorstellen, es muss das Unternehmen sein, in dem sie arbeiten, es muss die Beziehung sein, in der sie leben. So als würden sie niemals über was anderes nachdenken und ich kann mir das gar nicht so richtig vorstellen, weil ich immer über was anderes nachdenke. Nicht, weil das, was ich erlebe und das, was ich habe, vielleicht in Form von Besitzständen oder in Form von Job oder in Form von Beziehung, mir nicht gefällt, sondern, weil ich so gerne darüber nachdenke, wie die Dinge noch schöner werden könnten und wie es noch angenehmer sein kann, dieses Leben zu verbringen. Das ist ein bisschen die Idee. Die Idee ist, nach einem schönen Ereignis ein nächstes schönes Ereignis zu planen, sich das vorzustellen. Das heißt im Laufe des Lebens einfach eine Menge wunderschöne, herrliche, ganz großartige Erfahrungen zu sammeln. Das ist meine Idee. Und dahinter steckt natürlich dann die Einstellung, dass Veränderung positiv ist, weil Veränderung am Ende des Tages immer nur eins bedeutet: da ist eine neue Erfahrung, sie wartet auf dich und du kannst diese Erfahrung machen.
So, das heißt, Angst bringt Stillstand.

Träume, Wünsche, Vorstellungen, Visionen, der Traum davon, wie schön das Leben sein kann, der macht Veränderung und zwar die positive Veränderung, von der ich hier typischerweise in diesem Podcast sprechen möchte, erst möglich.

Das heißt, ich bringe dir wieder bei wie du träumst, ich bringe dir wieder bei wie du eine große Idee entwickelst, für die es sich zu leben lohnt und der Rest funktioniert dann letztlich ganz automatisch, je mehr du deine Ängste loslässt. Das sind für mich die wesentlichen beiden Komponenten. Wie Gummibänder ziehen und zerren die an dir. Und da könnten wir jetzt natürliche einen längeren Ausflug machen und der längere Ausflug würde da beginnen, dass du dich fragst: „Okay, was waren meine Träume in der Kindheit? Was wollte ich mal werden?“ Und es kann natürlich sein, dass du zu den wenigen Menschen gehörst, die ihren Traum wahr gemacht haben. Ich wusste schon als ich drei Jahre alt war, dass ich Journalist werden will. Das war für mich der absolute Traumberuf. Mein absoluter Traum war, eines Tages im Fernsehen zu sein. Am liebsten im zweiten deutschen Fernsehen, dem ZDF, das war mein absoluter Traum schon als Junge. Damals gab es halt, anders als heute, im Wesentlichen nur zwei Sender und die Regionalsender WDR und SWR und wie sie alle hießen. SWF hieß der damals noch. So, der Traum ist dann viele Jahre später wahr geworden und es waren wirklich viele Jahre später. Das war allerdings nicht das Thema, sondern der Punkt war der: ich hatte diesen Traum als kleiner Junge und ich wusste, dass das der Weg ist, den ich gehen möchte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt, mit drei Jahren, natürlich noch keine Idee, was das genau bedeutet im Sinne von braucht man dafür eine bestimmte Schulausbildung, muss man dafür ein bestimmten Berufsweg einschlagen, was sind die Voraussetzungen? Das hat mich alles nicht interessiert, es war mein Traum.

Und meine These ist, dass ganz viele Menschen diesen Traum als Kind schon hatten oder zumindest als junger Mensch, als Jugendlicher eine Idee hatten, was sie werden wollten, eine Idee hatten, was Themen sein könnten, die dich interessiert haben.

Und deswegen ist es so wichtig, dass du wieder anfängst dich zu erinnern, wovon du damals geträumt hast. Das heißt, auch mein Beruf als Trainer und auch dann wenn ich Vorträge halte oder Bücher schreibe, handelt ganz, ganz oft genau davon, dass du wieder anfängst zu träumen, dass ich dich unterstütze, dass du diese Träume wieder findest.
Jetzt ist natürlich die Frage: Warum beerdigen so viele Menschen ihren Traum? Ich glaube, dass für die allermeisten Menschen der wichtigste Grund ist, dass sie einfach keine Idee haben, wie man Träume wahr machen kann. Und wenn du vergessen hast, wenn Du verlernt hast, wenn deine Eltern oder Lehrer oder andere wichtige Menschen in deinem Leben dir nicht vorgemacht haben, dir nicht gezeigt haben wie man Träume wahr macht, dann kann es sein, dass du deine Träume aufgegeben hast. Einfach, weil die dann natürlich weh tun, weil dann Träume nicht schön sind, sondern Träume sind dann etwas, was eben unerreichbar ist und weil es unerreichbar ist, tut es dann scheinbar gut, nicht mehr zu träumen. Das ist im Wesentlichen nicht wahr, weil wenn ich mir die meisten Menschen unserer Gesellschaft angucke, dann sind das ganz traurige Gestalten. Diese Menschen, die ihre Träume aufgegeben haben, die leben einfach so vor sich hin und ziehen irgendwie die Kinder groß wenn sie welche haben und ansonsten sind sie Single oder leben in der Partnerschaft oder was auch immer. Nur, ich finde immer am meisten sieht man das in den Augen. Ist dir das schon mal aufgefallen? Wenn du Menschen siehst, die keine Träume mehr haben, dann sind die Augen nicht mehr leuchtend, sondern meistens sogar ein bisschen traurig. Und ich schaue ja jeden Tag oder ganz häufig bei Teilnehmern, die zum ersten Mal zu mir kommen, in solche Augen und das Schöne ist, dass ich die wieder zum Leuchten bringen kann, dass ich dich dabei unterstützen kann, dass du diesen Weg wieder findest, dass du dich wieder traust. Und dieser Weg heißt, um es noch mal deutlich zu sagen, dass du dich wieder erinnerst.

Das heißt, eine Empfehlung, die ich dir diese Woche geben möchte ist einfach, dass du wieder in deine Kinderzeit und Jugendzeit zurück reist, dich erinnerst, dir klar machst, was das war, was du damals toll fandst.

Ich erinnere mich, zum Beispiel, mein Vater hatte ein Aufnahmegerät, ein Diktiergerät, mit dem er, weil er Arzt war, immer Befunde diktiert hat. Das war damals, ähnlich wie eine Floppydisk, also so eine, ich würde mal sagen aus Kunststoff gefertigte Scheibe, ich weiß nicht mehr, wie das Gerät hieß, ich meine mich zu erinnern, dass es von der Firma Philips war. Es war ein Diktiergerät und diese Scheibe hatte wirklich, Ausmaße von einer kleinen Schallplatte, also von einer Single, aber war so ganz wabbelig und da konnte man halt mit einem Mikrofon Dinge aufnehmen und dann hätte man die typischerweise diktiert, damit jemand die für einen tippt. Und dieses Gerät stand im Arbeitszimmer von meinem Papa und als ich klein war, da durften wir – ich glaube ich war damals so 3 oder 4 Jahre alt – da durften wir schon mit diesem Gerät spielen. Das hatten unsere Eltern uns erlaubt und ich habe das geliebt. Ich habe Stunden damit verbracht, mich aufzunehmen und wieder anzuhören, wir haben Kinderlieder gesungen, meine Schwester und ich, und haben uns die angehört. Ich erinnere mich zum Beispiel – und das kann dir helfen wenn du träumst – ich erinnere mich, dass meine Schwester das nicht so toll fand, die hat ihre Stimme nicht so gerne gehört oder die hat sich nicht so gerne aufgenommen. Und für mich war das wirklich eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Natürlich mehr an Tagen wenn es geregnet hat, weil wir an Sonnentagen immer draußen waren, im Wald gespielt haben, im Garten gespielt haben. Nur, das war eine ganz besondere Zeit für mich mit diesem Aufnahmegerät und ich habe manchmal einfach erzählt. So wie heute und so wie natürlich auch vor 20 oder 25 oder etwas mehr Jahren, 30…35. Vor 35 Jahren als ich Journalist wurde beim Bonner Behörden Spiegel damals und dann später Radio gemacht habe, für den Deutschlandfunk gearbeitet hab. Das war mein Heimatsender, den ich heute noch sehr mag. Ich höre praktisch kein Radio, ich höre Hörbücher wenn ich Auto fahre oder so, aber der Deutschlandfunk hat mir damals, obwohl ich freier Mitarbeiter war, sehr geholfen eine quasi Sprecherausbildung mitzumachen und immer weiter daran zu arbeiten, wie ich mit meiner Stimme die Beiträge so sprechen kann, dass sie wirklich gut rüberkommen.

Und das war der Beginn einer ganz tollen Zeit als Radio- und Fernsehjournalist.

Ich habe immer auch geschrieben, habe immer auch als Buchautor gearbeitet, habe eine Menge Artikel geschrieben über irgendwelche Programme, also ich war im wesentlichen IT Fachjournalist und habe Software erklärt, weil ich wollte, dass die Menschen verstehen – schon Ende der 80er – verstehen lernen, was die Computertechnik mit uns macht. Wir alle haben damals schon, also die, die sich mit Computern beschäftigt haben, haben schon verstanden, was das für eine neue Technologie ist. Wir haben nicht verstanden, was daraus werden würde mit Internet und Smartphone und all dem. Nur, was wir damals schon verstanden haben ist, dass diese Technologie Einfluss haben wird auf jeden einzelnen Lebensbereich und ich habe damals so meine Mission darin gesehen, den Menschen das beizubringen, mein Sendungsbewusstsein zu nutzen und zu sagen: Werde nicht mehr Sekretärin – und das war in den 80ern noch völlig normal, dass man Sekretärin wurde – weil mir klar war, dass durch die Computer dieser Job als Sekretärin, so wie er damals war, weitestgehend überflüssig werden würde und das ist ja heute Realität und es ist auch schon länger Realität. Selbst in großen Unternehmen buchen auch Führungskräfte ihre Flüge oder Reisen selbst oder übers Internet oder über zentrale Abteilungen, die das dann managen. Es hat sich einfach durch den Computer unser komplettes Arbeitsleben heute schon verändert und es verändert sich weiter dramatisch in einer Geschwindigkeit, die kaum abschätzbar ist. Und ich fühle mich heute, obwohl ich natürlich schon seit vielen Jahren ausschließlich als Trainer und Redner und Vortragsredner und weiterhin als Buchautor arbeite, mich der IT Branche immer noch so ein bisschen verbunden, auch wenn sie sich deutlich verändert hat. Ich gehe heute weiterhin davon aus, dass diese Branche immer noch mehr Einfluss bekommen wird auf unser alltägliches Leben und immer noch mehr Veränderungen herbeiführen wird. Veränderungen, die nicht nur auf der Technologie basieren, aus der sich dann selbstfahrende Autos und sowas machen lässt, sondern Technologien, die einfach auch aufgrund der Miniaturisierung, also weil die Systeme immer kleiner und immer leistungsfähiger werden, Einzug halten werden in jeden noch kleineren Bereich unseres alltäglichen Lebens. Und genau wie damals in den 80ern bin ich der Meinung, dass wir diese Entwicklung heute gar nicht wirklich abschätzen können, weil wir nicht groß genug denken, nicht genügend Vorstellung davon haben, was das für Umwälzungen sein werden innerhalb der nächsten 20 Jahre.
So, warum erzähle ich dir das so ausführlich? Ja, es war als kleiner Junge schon mein Traum als Journalist zu arbeiten. Es war damals nicht mein Traum, als Trainer zu arbeiten.

Der Grund, warum ich Journalist werden wollte, war eben dieses Sendungsbewusstsein, es war die Idee, den Menschen etwas beizubringen, die Menschen zu unterstützen, dass sie verstehen, was da vor sich geht.

Ich bin nie der Programmierer gewesen, obwohl ich in der IT Branche war. Programme haben mich nur interessiert insofern als, dass ich damit irgendwas machen konnte, dass Menschen damit irgendwas anstellen konnten, Textverarbeitung machen konnten oder sonst irgendwas, Texte diktieren konnten, die dann der Computer abgetippt hat. Damals noch sehr, sehr, sehr langsam, heute funktioniert das natürlich schon ganz großartig. Und das war eine interessante Reise und ich kann heute rückblickend sagen: Der Beruf, den ich als Journalist hatte war nicht so viel anders als der Beruf, den ich heute habe als Trainer für persönliche Weiterentwicklung. Der Unterschied ist natürlich: heute verändere ich das ganze Leben von Menschen durch die Arbeit, die ich tue und ich unterstütze Dich dabei, dass du wirklich in allen Lebensbereichen anfängst, das Leben deiner Träume zu leben. Und damals als Journalist hätte ich mich nur bezogen auf die Themen, die im weitesten Sinne mit Computertechnologie zu tun haben und wie du diese Computertechnologie eben nutzen kannst, um dein Leben zu verändern. Es war eine gute Vorstufe für die Arbeit, die ich heute tue, weil ich zum Beispiel gelernt habe Radio zu machen, weil ich gelernt habe Dinge zu veröffentlichen wie meine Hörbücher, meine Bücher, all diese Dinge. Ich bin nicht kamerascheu, sondern im Gegenteil, ich habe beim ZDF und beim WDR und bei anderen Sendern gelernt vor der Kamera zu stehen. Live-Sendungen machen mir nichts aus, ich habe eine Menge Live-Sendungen gemacht. All das kommt mir heute in meinem Beruf als Trainer zugute, das heißt, ich würde heute sagen, ich habe da einen roten Faden in meinem Leben. Diesen roten Faden, den kann ich heute sehen, den kann ich wahrnehmen und ich würde fast schon sagen, den verstehe ich, der hat was. Das war eine konsequente Vorbereitung auf das, was ich heute tue. Na ja, Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden, das muss jetzt so alles gar nicht stimmen.

Auf der anderen Seite glaube ich, dass jeder Mensch, auch du, genau diese Art von rotem Faden finden kann in seinem Leben.

Wenn du jetzt natürlich aktuell einem Beruf nachgehst, der dir nicht wirklich Spaß macht, vielleicht in einem Team bist, das dir nicht so richtig Freude bereitet oder in einem Unternehmen, für das du gar nicht gerne arbeiten möchtest, dann wird es noch eine kleine Herausforderung sein für dich herauszufinden, was es wirklich ist. So, ich habe natürlich jede Menge Menschen in Seminaren, die solche Dinge sagen wie: „Ich möchte gerne mit Menschen arbeiten“ und ich habe keine Idee, was sie damit wirklich meinen. Und sie selbst haben meistens, wenn ich nachfrage, auch nicht wirklich eine Idee. Das ist nicht das, wozu ich dich anregen möchte, sondern anregen möchte ich, dass du ganz konkret dir dein Leben anschaust. Was hat dir damals Spaß gemacht? Zum Beipiel mit 14, 15, 16, womit hast du deine Zeit verbracht wenn die Hausaufgaben gemacht waren? Wenn die Schule vorbei war, was war das, was du getan hast? Vielleicht hast du Sport getrieben, okay, gut. Vielleicht ist es Sport, wenn du es geliebt hast. Falls deine Eltern dich getriezt haben, dann hilft das nicht. Vielleicht hast du ein Musikinstrument gespielt. Auch da gilt dasselbe: wenn es nur war, damit deine Mutter endlich Ruhe gibt oder dein Vater dich nicht nervt, dann hilft das nicht. Ich möchte Dich bitten, dass du rausfindest, was die Sachen sind, die du freiwillig gemacht hast, die dir Freude bereitet haben. Die Sachen, die wirklich cool waren. Das wäre für mich der spannende Punkt, das wäre das, was mich interessiert.

So, das heißt, schau da doch mal genau nach. Nimm dir da ruhig ein bisschen Zeit für, geh mal spazieren, schreib vielleicht ein paar Listen.

Was waren genau die einzelnen konkreten Tätigkeiten, die dich erfreut haben, die dich glücklich gemacht haben in dieser Zeit mit 13, 14 und dann vielleicht bis 18, 19 oder so. Weil es, glaube ich, ein Schlüssel sein kann für viele von uns, nicht nur die Talente zu entdecken – das ist auch schön – sondern die Vorlieben herauszufinden. Was hat dir Freude bereitet? Und ich würde – und das ist mir ganz wichtig – diese Dinge jetzt an deiner Stelle nicht sammeln unter dem Aspekt Kann-man-damit-Geld-verdienen? Das ist ein K.O.- Kriterium, was ganz viele Menschen bei der Träumerei anwenden und damit sortieren Sie sofort Sachen aus. Jetzt geht’s grad genau darum. Nicht du-sollst-gar-nichts-aussortieren, sondern im Gegenteil, es geht um eine möglichst umfangreiche Sammlung. Ich möchte – und das ist ja auch eine wichtige Idee von diesem ganzen Podcast – ich möchte, dass du anfängst, wirklich ein Selbstbewusstsein zu entwickeln. Das heißt, Veränderung wird für dich persönlich vor allen Dingen dann sehr gut möglich sein, wenn du dir deiner selbst bewusst bist, wie Herr Enkelmann gesagt hätte, der Erfolgstrainer gewesen ist. Er sagte: „Selbstbewusstsein bedeutet sich seiner selbst bewusst zu sein“. Und ich mag diesen Satz bis heute – habe ich, glaube ich, vor fast 20 Jahren das erste Mal gehört oder gelesen – und er stimmt. Er hat was. Das heißt, ich möchte, dass du dich auf die Reise zu dir selbst begibst, zu deinen Fähigkeiten, deinen Vorlieben und die können noch so verrückt erscheinen, noch so verrückt und noch so sehr danach aussehen, als hätten sie nichts mit einem Job zu tun. Ich möchte, dass du sie trotzdem aufschreibst oder zumindest dir bewusst machst. Notfalls jetzt wenn du gerade im Auto sitzt. Einfach mal drüber nachdenken: Was war es? Was habe ich gerne gemacht? Und wenn es so war, dass du gerne mit Jungs oder Mädchen geflirtet hast, ja dann nimm das zur Kenntnis, schreib es auf und fühl da rein und geh da wirklich genau rein. Je genauer du wahrnimmst, was ist wahr, was dir Spaß gemacht hat, umso besser. So, wenn wir jetzt in dem Beispiel bleiben mit Jungs oder Mädchen flirten: Okay, gut.

Warum hat dir das so viel Spaß gemacht? Was hat dir daran so viel Spaß gemacht? War es das Reden? War es das Rausfinden, wie der andere tickt? Mir hat zum Beispiel Zuhören Spaß gemacht. Ich habe super gerne, insbesondere den Mädchen, den jungen Frauen (nee, es waren damals Mädchen), ich habe denen super gerne zugehört.

Ich habe so aufmerksam zugehört, ich wollte – das wäre jetzt heute meine These – ich wollte wirklich verstehen, was das Thema ist, was die haben. Ich wollte die Probleme verstehen, die sie haben, ich war interessiert an ihren Problemen. Natürlich gleichzeitig mit dem Willen, diese Probleme zu lösen und manchmal bei dem einen oder anderen Mädchen hätte es vielleicht auch Hintergedanken gegeben im Sinne von: naja, wenn die mich jetzt mögen würde, wäre es nicht das Schlimmste. Dass das Feedback dann halt häufig war, du bist wie ein großer Bruder für mich, das war nicht notwendig ein einzelnes Feedback, was ich haben wollte, aber es ist nicht schlimm zurückzugehen zu der Tätigkeit, zurückzugehen zu dem, was ich stundenlang tun konnte und es waren definitiv Gespräche mit anderen Menschen. Das hat mir Freude gemacht, ganz sanft mit anderen Menschen umzugehen. Ich fand es herrlich, ihnen nicht nur zuzuhören, sondern über Themen zu reden. Damals dann mit 18 oder 19 waren das natürlich noch viele problemgeladene Gespräche. Das war halt damals die Zeit der Gesprächstherapie, es war die Zeit der langsamen Therapieformen, wo man ewig lange zum Therapeuten ging, wo man Psychoseminare besuchte und wirklich in den Problemen kramte. Ich erinnere mich bei einem dieser Seminare, das ich damals mit 18 besucht habe, an ein Mädchen, das magersüchtig war und ich hatte noch nie von Magersucht gehört, ich hatte noch nicht mal eine Idee, was das ist, und es war für mich absolut nicht faszinierend in der Beobachtung, sondern es war wirklich ein Mensch, dem ich gerne geholfen hätte, wirklich gern. Ich hatte keine Idee, wie man da helfen kann und die Psychologin, die Diplom-Psychologin die das Seminar geleitet hat, die hat mir dann so ein bisschen erklärt, womit das zusammenhängt und was es mit dieser jungen Frau auf sich hat. Und ich spüre heute noch, wie gerne ich ihr geholfen hätte. Ich hatte verstanden, dass sie ein echtes Problem hat und ich hätte ihr wirklich, wirklich gerne geholfen. Das wäre oder war ein unglaublich großer Antrieb für mich.

So, also das wären die Dinge, über die du jetzt mal in Ruhe nachdenkst. Nimm dir Zeit dafür. Womit hast du damals gerne deine Zeit verbracht und was war genau der Antrieb dabei? Und das ist übrigens eine Aufgabe, eine Denksportaufgabe, eine Nachdenken-Aufgabe, die kannst du immer wieder mal machen. Ich finde, davon kann man in seinem Leben gar nicht genug kriegen, weil immer mal wieder hinzugucken und immer mal wieder bewusster zu kriegen: Was ist das, was mir Freude bereitet? Was ist das, was mir Spaß macht? Eine ganz großartige Beschäftigung mit dir selbst, sehr positiv. Nicht was-sind-meine-Probleme, sondern wenn ich mal hingucke: Okay, was mag ich? Was gefällt mir? Was finde ich schön?
Toll, also genug zu tun für dich, ich freue mich wenn wir uns nächste Woche wieder hören, also du mich hörst und du kannst mir natürlich immer gerne auch schreiben auf Facebook oder auf der Homepage übers Kontaktformular, was immer Du möchtest. Wenn du Fragen hast, schick sie mir, ich beantworte sie gerne. Vielleicht noch nicht im Moment, weil ich noch ein paar Folgen habe, wo ich Dinge vorbereiten möchte. Aber ansonsten kannst du mir gerne deine Fragen schicken und ich beantworte die dann.

Danke fürs Zuhören bzw. Lesen. Gute Zeit, bis dann. Ciao.